Doreen Schmidt

Bio

Immer war jemand da, der es besser versteht. Stets sagte man mir wo es langgeht. Keiner nahm Rücksicht auf das was ich will, stets hieß es: das kannst Du nicht- sei still! Stets wurde ich ermahnt, mach dies mach das. Manchmal überkam mich fast Hass. Ich tanzte zu Klängen, die mir nicht gefielen. Man spielte mit mir und meinen Gefühlen. Versuchte ich mal aufzumucken, bekam ich die Quittung und musste mich ducken. Ich wollte was sagen, man nahm mir das Wort. Ich zog mich zurück, ich wurde stumm, langsam glaubte ich selbst- ich bin dumm. Heut frag ich mich oft: Warum gab ich stets nach? Eigentlich kann ich ganz viel und bin nicht so schwach. Ich fühlte mich müde und ausgebrannt. Das war doch nicht alles- sagt mein Verstand. Momentan fehlt mir der Antrieb, fehlt mir die Kraft. Möchte mich fallen lassen, fühl mich geschafft. Ich kann nicht mehr schwimmen, lasse mich treiben. War das der Sinn von meinem Leben? Werde ich weiterkämpfen oder aufgeben? Doch ich seh für mich einen Hoffnungsschimmer. Es geht wieder aufwärts, es war doch schon schlimmer. Man hat mich gedemütigt, benutzt und betrogen, aber nicht ganz zerbrochen, höchstens verbogen. Vielleicht schaffe ich es zu sagen: Ich will! Laut zu schreien, nicht mehr leise und still. Mich zu wehren, meine Meinung zu sagen. Nicht mehr brav und lieb- nicht mehr verzagen. Ich will nicht mehr der Clown sein. Der lacht wenn er weint. Ich möchte frei atmen auch wenn die Sonne nicht scheint. Ich möchte wieder fühlen, das Leben ist schön...

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